Laternen basteln, das war für mich als Kind mit das Schönste im Herbst.
Ich liebte den Umgang mit den besonderen Materialien und Werkzeugen, das Zurechtschneiden und Kleben des bunten Transparentpapiers oder die unvorhersehbaren Farbverläufe der Wachsmalfarben nach der Begegnung mit dem Bügeleisen. Voller Vorfreude auf den Laternenumzug im Dorf, das anschließende Gripschen in der Nachbarschaft und den gemütlichen Abend bei uns zu Hause bei Steingen’s Weckmann und Lichterschein – auf dem Dachboden fanden sich immer genügend Laternen aus den Vorjahren – war das Basteln stets kurzweilig.
Heute erstelle ich immer noch gerne Laternen. Am liebsten ganz einfache mit Käseschachteln und Pergamentpapier. Nach der Laternenausstellung bei uns in der Heinrich-Schmitz-Schule und dem traditionellen Lichterspaziergang durch Lintorf können sie als hübsche Deko in die eigenen vier Wände einziehen. In diesem Jahr werden sich zwei niedliche kleine Kürbisse zu den übrigen Fackeln gesellen.
Für die Kinder der Klassen 4 bot die Kürbis-Laterne eine gute Gelegenheit die gerade erworbenen Fertigkeiten und das Wissen rund um den Zirkel anzuwenden. Die Laterne kommt in Begleitung eines Papierstreifen-Kürbisses, der exaktes Messen und Anzeichnen sowie Geschick bei der Formgebung erforderte.
Ein Blick in die benachbarte Klasse 3 verriet mir: hier sollen durch Linien, geometrische Formen und starke Farbkontraste verblüffende optische Effekte erzeugt werden.
Gefiel mir, was ich sah! Sollte ich das auch einmal probieren? Ich bin noch nicht sicher, denn auch in den weiteren Klassenzimmern kamen mir Laternen zu Gesicht, die zum Verlieben sind: Eichhörnchen, Waschbären, Fledermäuse und „das kleine Wir“ traf ich an.
Und so bestätigt sich einmal mehr: Wer die Wahl hat, hat die Qual.
Für die Schulgemeinschaft der HSS aus Anlass des Laternenbasteltages, Anne Momm im Oktober 2026

